Empathie macht den Unterschied

Empathie entscheidet über die Qualität des Texters. Wenn die Chemie stimmt, kann die Zusammenarbeit fruchten.

So finden Sie einen Texter, der zu Ihnen passt.

Mein ehemaliger Chef kam mal auf mich zu und meinte: „Das ist der beste Text, den ich seit Jahren gelesen habe!“ Was war geschehen? Ich habe einen Kunden-Newsletter mit einem Jahresrückblick verfasst. Das ist durchaus eine schwierige Übung, weil man schon geneigt ist, sich auf Allgemeinplätzen zu bewegen und die üblichen Floskeln herauszukramen. Ich war allerdings schon lange in der Firma, kannte die Charaktereigenschaften der Kunden aus dem FF und konnte mich problemlos in sie hineinversetzen. Dadurch konnte ein Gefühlstext mit einer ganz besonderen Stimmung entstehen. Das ist allerdings nicht immer so! Es kommt hin und wieder vor, dass Unternehmen mit ihren beauftragten Texten unzufrieden sind. Meistens hakt es schon am Beginn der gemeinsamen Reise. Und an fehlender Empathie.

Empathie entscheidet

Einen Businesspartner zu finden, ist ein bisschen, wie die Partnersuche im echten Leben. Auch wenn man auf professioneller Ebene zusammenarbeitet, muss man herausfinden, ob es zueinander passt. Die Chemie muss stimmen. Ein Erstgespräch zum Auftakt reicht meistens aus, um zu schauen, ob es harmoniert. Eine wichtige Voraussetzung ist neben dem Know-how oder die Affinität des Texters zu einem bestimmten Thema vor allem eine: die Fähigkeit, sich in sein Gegenüber hinzuversetzen, kurz Empathie genannt. Für mich ist es DAS KRITERIUM schlechthin, das einen Texter von einem guten Texter unterscheidet. Laut Wikipedia bezeichnet Empathie “die Fähigkeit und auch den Willen, Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen”.
Erst wenn ich mich als Texter in meinen Kunden hineinversetzen kann, verstehe ich seine Bedürfnisse. Beim Schreiben geht es sogar so weit, in seine Rolle zu schlüpfen, seine Perspektive einzunehmen. Fehlt es an Empathie, kann meines Erachtens kein emotionaler und überzeugender Text entstehen. Es ist übrigens egal, ob am Ende ein sachlicher PR-Text oder eine emotionale Webseite steht – wichtig ist, dass die Worte authentisch sind und das findet man nur heraus, wenn man ausführlich miteinander spricht.

Ein Briefing ist mehr als nur ein Abklappern von strategischen Daten

Klar kann man kleine Text- und Blogaufträge auf Basis von E-Mails vereinbaren. Umfangreiche Projekte wie die Konzeption einer neuen Webseite sollten immer mit einem persönlichen Gespräch beginnen. Je persönlicher und authentischer der Text auf den Auftraggeber zugeschnitten sein soll, desto mehr muss ich über ihn wissen. Das Briefing-Gespräch nimmt ein bis zwei Stunden in Anspruch. Es geht nicht um das rudimentäre Abklappern von Fakten, Eckpunkten und Kernleistungen. Sicher muss ich wissen, welches die Kernzielgruppe ist, welches Marktsegment der Kunde bedient, welche Inhalte er sich wünscht. Aber damit habe ich nur die harten Fakten erhoben, wofür wahrscheinlich ein einfaches Briefingdokument zur Marketingstrategie ausreichen würde. Ich möchte meinen Kunden kennen lernen, herausfinden, wie er tickt. Wo seine Stärken liegen (ok, ich gebe es zu und frage sogar seine Schwächen ab). Ich möchte seine Motivation verstehen, seine Leidenschaften. Manchmal weiß der Kunde nicht mal richtig, was er eigentlich braucht, um seinen Internetauftritt aufzubauen oder ihn perfekt zu machen. Wie auch? Ich bin die Kommunikationsexpertin und beschäftige mich nahezu den ganzen Tag mit nichts anderem. Meine Kunden haben andere Gebiete, für die sie brennen und auf denen sie Experte sind.

Wenn man miteinander spricht, entstehen die Geschichten

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell ich mit einem Kunden eine sehr persönliche Gesprächsebene finde. Vielleicht liegt es daran, dass ich gerne zuhöre und verstehe und damit eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffe. Oder daran, dass ich gerne etwas von mir preisgebe und von meinen Erfahrungen berichte. Schon während des Gesprächs entwickelt sich in meinem Kopf eine Idee von dem, wie die Webseite oder die Broschüre aussehen könnte. Welche Tonalität der Text haben sollte, wie die Zielgruppenansprache erfolgen soll. Manchmal sind es die beiläufigen Hinweise im Nebensatz oder die kleinen Anekdoten eines Kunden, die am Ende den USP ausmachen. Die plötzlich einen besonderen Stellenwert im Gesamtkontext einnehmen. Die den Text zum Text meiner Kunden machen. Ein Grund mehr übrigens, warum ich nicht für Wortpreise arbeite. Denn dann bleibt für das genaue Zuhören und Verstehen keine Zeit mehr.

Frauen sind übrigens redefreudiger als Männer und geben gerne mehr von sich preis. Ich weiß noch, wie ein Kunde mich nach einer Stunde unterbrach: „Ich glaube, jetzt haben Sie aber genug Informationen oder?“ Ja, hatte ich. Aber ich gebe zu, dass die Webseite für eine Unternehmerin wahrscheinlich noch weitere vertrauensbildende Facetten gehabt hätte.

Empathie ist keine Einbahnstraße

Natürlich ist gegenseitiger Respekt wichtig und auch ich möchte mich in der Kundenbeziehung wohlfühlen. Ich habe auch schon Aufträge abgelehnt, weil ich mich nicht gut dabei gefühlt habe, mir die nötige Wertschätzung gefehlt hat. Was ich sagen will: Es lohnt sich für beide Seiten genau hinzuschauen. Dann kann Großartiges entstehen, womit am Ende alle glücklich sind. 

Ein Tipp für alle Kunden: Hinterfragen Sie sich, ob Sie sich im Gespräch (oder auch im E-Mail-Austausch) gut aufgehoben und verstanden fühlen. Das kann helfen, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden.

Fotoquelle: www.pixabay.com Fotograf: congerdesign

1 Kommentare

  1. Toller Artikel! Sehr schön geschrieben . Ich denke, so geht es auch vielen Unternehmen, die nach einer Agentur/einem freiberuflichen Dienstleister suchen. Empathie entscheidet. Ich erinnere mich gut an eine Grafikerin, mit der unsere Kommunikationsabteilung zusammen arbeiten wollte. Sie war korrekt, professionell, nett, hat schöne Referenzen gehabt und war in unserem Unternehmen total fehl am Platz. Sie hat einfach nicht verstanden, was wir wollten. Ich hatte das Gefühl, dass Sie schon so viele eigene Ideen hatte, dass sie nicht richtig zugehört hat. Am Ende hat man sich für eine andere Kollegin entschieden – die Zusammenarbeit war gleich ganz anders.

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