Pressemitteilungen sind ein Dauerbrenner und klassisches Instrument der Public Relations, aber längst nicht mehr nur für den Kontakt zu Journalisten relevant. „Unser Unternehmen ist doch viel zu klein für Pressearbeit.“ Dieser Gedanke hält viele kleinere Betriebe und Verbände davon ab, überhaupt Pressemitteilungen zu schreiben. Ein Fehler, denn richtig eingesetzt, unterstützen sie die gesamte Unternehmenskommunikation, helfen dabei, die eigene Themenautorität auszubauen und schaffen (digitale) Sichtbarkeit. Im folgenden Blogartikel zeige ich Ihnen, worauf Sie achten sollten.
Pressemitteilung verfassen: Die wichtigsten Kriterien
Zielgruppen unterscheiden
Bevor Sie eine Pressemitteilung schreiben, sollten Sie klären, wen Sie damit adressieren möchten und für wen das Thema relevant ist.
Für die Lokalpresse ist beispielsweise der regionale Bezug entscheidend: Entstehen neue Arbeitsplätze? Eröffnet das Unternehmen einen neuen Standort? Unterstützt es ein Projekt vor Ort?
Fachjournalisten interessieren sich für Branchenentwicklungen, Innovationen, Zahlen, Technologien und fundierte Experteneinschätzungen.
Wirtschaftsmedien benötigen wiederum häufig belastbare Kennzahlen, Wachstum, Marktveränderungen oder strategische Entscheidungen.
Schreiben Sie Ihre Pressemitteilung primär für die Online-PR, um Kunden, Geschäftspartner oder andere Interessenten damit zu erreichen, darf der Nutzwert für den Leser stärker im Vordergrund stehen.
Bevor Sie losschreiben, sollten Sie deshalb immer drei Fragen beantworten: Wen möchte ich erreichen? Warum ist das Thema für diese Menschen relevant? Und welche Information sollen sie aus meiner Pressemitteilung mitnehmen?
Viele Themen lassen sich übrigens aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Die Fewo-Branche kann sowohl aus Tourismus-, Finanz- und e-Commerce-Perspektive betrachtet werden und bietet damit viele Optionen für Publikationen.
Online-PR: Im Spannungsfeld zwischen Content-Marketing und Pressearbeit
Nicht jede Pressemitteilung muss sich ausschließlich an Journalisten richten. Online können Unternehmen ihre Inhalte auch direkt für potenzielle Kunden, Geschäftspartner und andere Interessierte zugänglich machen. Damit verändert sich allerdings die Herangehensweise.
Während bei einer klassischen Pressemitteilung der Nachrichtenwert für eine Redaktion im Mittelpunkt steht, darf eine Online-Pressemitteilung stärker auf den Informationsbedarf der eigentlichen Zielgruppe eingehen. Ratgeber, Hintergrundwissen, Checklisten, Expertenmeinungen oder die Einordnung aktueller Entwicklungen können deshalb geeignete PR-Themen sein.
Das bedeutet jedoch nicht, dass aus der Pressemitteilung ein Werbetext werden sollte. Auch hier gilt: Information kommt vor Eigenwerbung. Wer lediglich Produktvorteile aufzählt, Superlative verwendet und am Ende zum Kauf auffordert, veröffentlicht keine Pressemitteilung, sondern Werbung.
Interessant ist diese Form der Online-PR vor allem deshalb, weil die Inhalte langfristig auffindbar bleiben. Eine gut strukturierte Pressemitteilung kann über Suchmaschinen Besucher erreichen, auf die eigene Website verweisen und dazu beitragen, ein Unternehmen mit bestimmten Fachthemen in Verbindung zu bringen.
Neben dem eigenen Pressebereich können Presseportale zusätzliche Reichweite schaffen. Eine bekannte Plattform im deutschsprachigen Raum ist OpenPR. Unternehmen können dort Pressemitteilungen veröffentlichen und damit Inhalte außerhalb der eigenen Website öffentlich zugänglich machen.
Gerade für kleinere Unternehmen kann ein solches Presseportal ein zusätzlicher Baustein der Online-PR sein. Wer zusätzlich eine journalistische Veröffentlichung anstrebt, sollte relevante Redaktionen und Journalisten weiterhin gezielt ansprechen.
Praxisbeispiel: eine neue Dienstleistung für B2B.-Kunden – wichtig um darüber gefunden zu werden, aber als reine Ankündigung noch nicht ausreichend für Journalisten. Remote-Simulationen – Strametz & Associates setzt neue Maßstäbe in der Führungskräfteentwicklung
Wie schreibt man eine erfolgreiche Pressemitteilung?
Für Unternehmen, Verbände und Organisationen, die eine Neuigkeit publizieren wollen, sind Pressemitteilungen ein adäquates Mittel. Nichts ist so glaubwürdig wie ein Presseartikel in relevanten Zeitungen und Zeitschriften. Leser werden auf das Produkt aufmerksam. Durch die große Reichweite verbreitet sich die Kernbotschaft rasant in der Zielgruppe. Aber: Journalisten entscheiden in wenigen Sekunden, ob der Inhalt einer Pressemitteilung interessant für sie ist. Daher sollten Sie einige Regeln in punkto Themenauswahl, Schreibstil, Format und Versand beherzigen.
Pressemitteilung und Nachrichtenfaktoren: Die richtige Themenauswahl
Eine Pressemitteilung sollte man nur versenden, wenn das Thema für die Leserschaft interessant ist. Nicht jede Produktneuigkeit ist für den klassischen Versand an Journalisten geeignet. Letztendlich bieten sogenannte Nachrichtenfaktoren einen guten Orientierungsrahmen bei der Bewertung der eigenen Botschaft.
ALF-DAS-KIND ist eine Eselsbrücke, die alle wichtigen Nachrichtenfaktoren abdeckt:
A= aktuell
L = lokal
F = folgenschwer
D = dramatisch
A = außergewöhnlich
S = spannend
K = konfliktreich
I = interessant
N = neu
D = delikat
Je nach Zielgruppe, z. B. Fachmedien, Lokalpresse oder überregionale Tageszeitungen können unterschiedliche Nachrichtenfaktoren wichtig sein.
Sie möchten Ihre Pressemitteilung lieber gleich von Profis schreiben lassen? Dann bin ich gerne für Sie da.
Unternehmensspezifisches: Neue Produkte & Services, Personalien
Klassische Unternehmensnachrichten sind nach wie vor das Kerngeschäft der Pressearbeit. Dazu zählen neue Produkte und Dienstleistungen, Standorteröffnungen, Expansionen, Kooperationen, Übernahmen, größere Investitionen, Auszeichnungen oder Veränderungen in der Geschäftsführung.
Doch nicht alles, was intern wichtig ist, besitzt automatisch Nachrichtenwert. Die entscheidende Frage lautet auch hier: Warum sollte sich jemand außerhalb des Unternehmens dafür interessieren? Ein neues Produkt wird beispielsweise dann für Fachmedien spannend, wenn es ein konkretes Problem löst, eine technische Neuerung bietet oder einen aktuellen Markttrend aufgreift. Bei Personalien wiederum spielen die Position, die Person und die mit dem Wechsel verbundenen Veränderungen eine Rolle.
Praxisbeispiel: Neuwahlen im Vorstand
Für die Fachpresse können Vorstandswahlen eines Branchenverbands von großem Interesse sein und sollten immer mitgedacht werden: Deutscher Ferienhausverband wählt Vorstand für die nächsten drei Jahre
Meinungen & Positionen
Unternehmen und Verbände müssen nicht immer selbst Gegenstand der Nachricht sein. Wer über fundierte Fachkenntnisse verfügt, kann zu Entwicklungen seiner Branche Stellung beziehen. Dazu gehören Gesetzesänderungen, neue Technologien, wirtschaftliche Entwicklungen oder gesellschaftliche Debatten.
Mit einer starken Haltung kombiniert mit Know-how positionieren Sie Geschäftsführung oder Fachverantwortliche als Experten in der Öffentlichkeit. Eine gute Expertenmeinung ordnet ein aktuelles Ereignis ein, erklärt Konsequenzen und liefert eine Perspektive, die für die Zielgruppe relevant ist.
Praxisbeispiel: Position beziehen zu politischen Themen
Mit einer fundierten Einschätzung zu gesellschaftlich relevanten Themen haben Sie in jedem Fall eine große Chance, dass Ihr Artikel von der Presse aufgegriffen wird. Ihre Meinung darf dann gleich in die Headline. Aktuelles Beispiel: „Affordable Housing Act: Deutscher Ferienhausverband mahnt Augenmaß bei möglichen Einschränkungen von Ferienwohnungen an“ – der Journalist sieht auf dem ersten Blick, dass eine Expertenmeinung folgt. Für die eigene Glaubwürdigkeit ist es wichtig, diese mit guten Argumenten und Belegen zu unterfüttern.
Ratgeber-Artikel
Ratgeber- und Verbraucherschutzthemen eignen sich besonders für die Online-PR. Statt das eigene Produkt in den Mittelpunkt zu stellen, lösen Sie ein konkretes Problem Ihrer Zielgruppe. Ein Steuerberater könnte beispielsweise erklären, welche Fehler Unternehmen bei einer bestimmten steuerlichen Änderung vermeiden sollten. Ein IT-Unternehmen kann Tipps zum Schutz vor einer aktuellen Betrugsmasche geben.
Der Vorteil: Sie demonstrieren Fachwissen, ohne permanent über sich selbst zu sprechen. Achten Sie darauf, dass der Text tatsächlich berät und nicht nach wenigen Absätzen in eine Produktwerbung umschlägt. Je konkreter und hilfreicher der Inhalt, desto größer sein langfristiger Wert.
Praxisbeispiel: Ein Thema, dass viele Menschen berührt, ist das Urlaubsbudget. Daher können Tipps für einen günstigen Urlaub für Tageszeitungen und Magazine von großem Interesse sein.
Studien: Daten & Fakten
Fakten, Fakten, Fakten: Eigene Studien, Umfragen und Datenauswertungen gehören zu den interessantesten Aufhängern für die Pressearbeit. Exklusive Daten schaffen etwas, das Journalisten besonders benötigen: neue Informationen.
Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um eine wissenschaftliche Großstudie handeln. Auch anonymisierte Auswertungen eigener Unternehmensdaten, Kundenbefragungen oder Branchenumfragen können Erkenntnisse liefern, die für Fachpublikum interessant sind. Entscheidend sind eine nachvollziehbare Methodik und belastbare Zahlen. Erläutern Sie deshalb immer, wer befragt wurde, wie groß die Stichprobe war, wann die Erhebung stattgefunden hat und wie die Daten erhoben wurden.
Praxisbeispiel: Vermieterumfrage zur aktuellen Lage während der Corona-Pandemie von DTV und DFV mit wertvollen Insights in eine krisengeschüttelte Branche.
Aufbau einer professionellen Pressemitteilung
Pressemitteilungen sind kurz und prägnant. Kein Journalist will einen Roman lesen. Damit das gelingt, sollten Inhalte übersichtlich angeordnet werden.
Headline & Subline – die Erfolgsgaranten
Öffne ich, öffne ich nicht: Innerhalb von Sekunden entscheidet ein Journalist, ob ein Thema für ihn interessant ist. Daher ist die Betreffzeile in der E-Mail ausschlaggebend für den Erfolg von Pressemitteilungen. Meistens ist die Headline das, was am Ende noch fehlt. Und eigentlich möchte man ja gerne heute noch aussenden. Ein großer Fehler, wenn Sie jetzt einfach irgendetwas in die Betreffzeile schreiben.
Nehmen Sie sich Zeit, um eine knackige Headline zu entwickeln. Sie muss auf den ersten Blick auf das Thema neugierig machen. Dabei darf die Überschrift weder zu werblich sein, noch zu langweilig. Sie muss eine klare Aussage haben, auf eine Neuigkeit aufmerksam machen und sofort verständlich sein. Eine gute Headline gibt dem Empfänger einen guten Grund zum Anklicken.
Tipp: Am besten überprüfen Sie die Überschrift, indem Sie einen Test-Versand anstoßen. Dann können Sie selbst bewerten, wie sie auf den Empfänger wirkt.
W-Fragen beantworten
Pressemitteilung schreiben bedeutet immer: Das Wichtigste zuerst! Der erste Abschnitt sollte die W-Fragen beantworten. Was passiert wann, wo, mit wem, wie und warum. Ihre Pressemitteilung sollte es den Journalisten so einfach wie möglich machen. Diese müssen die Möglichkeit haben, nähere Erläuterungen zum Ende hin „wegstreichen“ zu können.
Zitate, aber wie?
Ein gutes Zitat hat Chancen in einem Presseartikel aufgenommen zu werden. Allerdings muss der Zitierte auch etwas zu sagen haben. Vermeiden Sie PR-Floskeln wie „Wir freuen uns sehr, dass…“ oder „Wir begrüßen…“. Das ruft höchstens gähnende Langeweile hervor.
Wie es besser geht: In das Zitat gehört die Wertung der preisgegebenen Neuigkeit. Je klarer die eigene Position herausgearbeitet wird, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt das Zitat. Eine polarisierende These ist erfolgsversprechender als die Auflistung von Allgemeinplätzen. Und noch ein Tipp: Lassen Sie möglichst immer den ranghöchsten in Ihrem Unternehmen sprechen. PR ist Chefsache und der Chef sollte auch Pressesprecher sein, es sei denn, Sie haben jemanden für diese Aufgabe eingestellt.
Praxisbeispiel: „Viele Vermieter halten ihre Preise stabil, weil sie wissen, wie preissensibel Urlauber geworden sind. Wer jetzt zu stark anzieht, riskiert leere Betten“, sagt Michelle Schwefel, Geschäftsstellenleiterin beim Deutschen Ferienhausverband. Im Zitat wird auf die Konsequenzen einer Preissteigerung hingewiesen. Ein Grund, warum es deutschlandweit aufgenommen wurde.
Abbinder – das kleine „Über-uns“ des Unternehmens
Der Abbinder ist das kleine „Über uns“ des Unternehmens, das sich am Ende von Pressemitteilungen befindet. Es geht darum, den Journalisten anhand eines kurzen Unternehmensportraits alle wichtigen Informationen zum Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Gründungsjahr, Unternehmenssitz, Kerngeschäft, Kennzahlen und verantwortliche Personen gehören ebenso in den Abbinder wie ein Link zu weiterführenden Informationen. Auf diese Weise kann der Journalist schnell für sich einordnen, wer der Absender ist und wie er die Meldung zu bewerten hat. Der Abbinder sollte die 600-Zeichen-Marke nicht überschreiten.
Kontaktinformationen fürs erste Date
Möchte der Journalist eine größere Geschichte aus dem Thema machen, wird er sich bei Ihnen melden, um weitere Informationen einzuholen oder gar ein Interview zu vereinbaren. Alle relevanten Kontaktdaten sollte er auf einen Blick vorfinden: Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und einen Link zur Online-Presselounge mit weiteren Informationen.
Geben Sie ihm die Möglichkeit, schnellstmöglich reagieren zu können. Halten Sie sich am Tag der Versendung bereit. Bei einem spannenden Thema zögern Journalisten nicht lange. Also sollten Sie unbedingt erreichbar sein.
Umfang einer Pressemitteilung
Pressemitteilungen sind kurz und prägnant. Kein Journalist will einen Roman lesen. Es wird häufig gepredigt, dass Pressemitteilungen maximal nur 400 Wörter und eine DIN 4-Seite umfassen dürfen. Im Grundsatz ist das auch richtig. Eine Kernregel besagt, dass man seine Botschaften in 2.000 bis 3.000 Zeichen packen sollte. Zwei Din A4-Seiten sollte eine PM nicht überschreiten.
Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Wenn Sie z. B. eine Studie mit vielen relevanten Ergebnissen und hohem Neuigkeitswert vorstellen wollen, dann darf auch mal eine dritte Seite enthalten sein. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass die Pressemitteilung so kurz wie möglich und so lang wie nötig sein sollte.
Schreiben wie Journalisten
Wenn Sie Pressemitteilungen schreiben, sollten Inhalte und Sätze klar strukturiert sein. Eine Faustregel besagt, dass ein Satz maximal zwölf Wörter umfassen sollte. Die Satzlängen dürfen gerne variieren, aber verzichten Sie auf schwer lesbare Schachtelsätze. Der Sprachstil ist aktiv, es sei denn, man möchte mit einem Passiv-Satz ganz klar die „Opfer-Rolle“ des Themengegenstands hervorheben. Da der Platz begrenzt ist, sollte man alles Unnötige rigoros streichen. Ein Pressetext ist gut, wenn man nichts mehr kürzen kann.
Checkliste mit 10 Schreibtipps für Ihre Pressemitteilung
- Streichen Sie Füllwörter rigoros aus.
- Schreiben Sie aktiv und nutzen Sie Verben statt Substantive.
- Konzentrieren Sie sich auf die Kernaussage.
- Bleiben Sie sachlich und neutral.
- Sprechen Sie Ihre Leser nie direkt an.
- Verwenden Sie keine Superlative, Ausrufezeichen oder Werbesprache.
- Belegen Sie Aussagen und Quellen mit den entsprechenden Quellen.
- Verzichten Sie auf Eigenlob.
- Bleiben Sie verständlich. Fremdwörter und Fachsprache verkomplizieren eine Pressemitteilung. Bestenfalls sollten auch Branchenfremde die Inhalte sofort verstehen.
- Schreiben Sie sorgfältig und fehlerfrei. Das unterstreicht Ihre Professionalität im Umgang mit dem Journalisten.
Pressefotos
Journalisten sind häufig auf Fotomaterial angewiesen. Ein gutes Pressefoto erhöht die Chance, dass aus einer Pressemitteilung ein veröffentlichter Beitrag wird. Damit Journalisten Pressefotos nutzen können, sollten Sie einige Tipps beachten:
- Pressebilder sollten professionell aufgenommen sein und in druckfähiger Auflösung zur Verfügung stehen. Verzichten Sie auf werbliche Motive, große Logos, Collagen oder Bilder, die eher an einen Werbeprospekt erinnern. Ein authentisches Foto einer Person, eines Produkts, eines Standorts oder einer konkreten Situation ist meist wesentlich besser verwendbar.
- Achten sie auf eine aussagekräftige Bildunterschrift und vollständige Angaben zum Bild. Wer oder was ist darauf zu sehen? Wo wurde das Bild aufgenommen? Wer ist der Fotograf beziehungsweise Urheber? Welche Nutzungsrechte gelten?
- Journalisten sollten unmittelbar erkennen können, ob und unter welchen Bedingungen sie das Foto redaktionell verwenden dürfen.
Praxistipp: Statt große Bilddateien als E-Mail-Anhang zu versenden, stellen Sie hochauflösende Pressefotos in Ihrer Online-Presselounge oder einem Downloadbereich bereit und verlinken Sie in der Pressemitteilung darauf. Das ist oft viel praktischer und vermeidet, dass Ihre übergroße E-Mail-Datei vom Spamfilter abgefangen wird.
Vorbereitung für den Versand
Eine gute Pressemitteilung allein garantiert noch keine Veröffentlichung. Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, bei wem sie landet. Bauen Sie deshalb einen zielgerichteten Presseverteiler auf.
Recherchieren Sie Medien und Journalisten, die regelmäßig über Ihre Branche und verwandte Themen berichten. Ein kleiner, sauber recherchierter Verteiler ist wertvoller als eine Liste mit Tausenden Adressen, an die jede Meldung ungefiltert verschickt wird.
Denken Sie dabei nicht nur an große Medien. Fachzeitschriften, Lokalredaktionen, Branchenportale, Podcasts, Newsletter und andere spezialisierte Formate können für Ihr Unternehmen wesentlich relevanter sein.
Der richtige Versandzeitpunkt
Bei der Fragen nach dem richtigen Versandzeitpunkt scheiden sich die Geister. Bis heute hält sich hartnäckig die Regel: Dienstagvormittag um 10:00 Uhr sei der beste Zeitpunkt für die Aussendung. Das führt allerdings regelmäßig dazu, dass die Postfächer der Journalisten förmlich explodieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch Freitagabend gut funktioniert. Entscheidend für eine erfolgreiche Pressemitteilung bleiben Aktualität, Relevanz und ein gut gepflegter Medienkontakt.
Noch etwas zur Form einer Pressemitteilung
Wenn Sie Pressemitteilungen schreiben, sollte der Text schnell erfassbar sein. Es eignen sich am besten serifenlose Schriften (z. B. Arial) in Schriftgröße elf oder zwölf. Datum, Ort und Logo des Unternehmens sollten oben stehen. Ein breiter Rand dient für Anmerkungen.
Der Text muss nicht aufwändig formatiert werden. Direkt in der E-Mail verschickt und als PDF zum Download angeboten, erfüllt er seine wichtige Funktion: gelesen zu werden.
Praxistipp: Alles IN die E-Mail
Für eine Pressemitteilung braucht es keine aufwendigen Designs. Viel wichtiger ist es, dass Sie etwas zu sagen haben. Ich verzichte auf Anhänge und packe den Text direkt in die E-Mail. PDFs werden nur als Link zum Download in den Pressetext eingebaut. Der Vorteil: Journalisten können den Text auf einen Blick erfassen, ohne sich vorab die Dokumente herunterladen zu müssen.
Für den Versand der Pressemitteilung nutze ich Rapidmail, ein kostengünstiges Tool, das sowohl seinen Zweck als auch Datenschutzrichtlinien erfüllt.
Letzter Testlauf
Prüfen Sie unmittelbar vor dem Versand noch einmal sämtliche Fakten, Namen, Zahlen, Links und Kontaktdaten. Ist die zitierte Person über den Inhalt informiert? Sind Bilder und weiterführende Informationen verfügbar? Können Rückfragen kurzfristig beantwortet werden?
Pressemitteilung mit KI verfassen
Es gibt mittlerweile einige Generatoren für Pressemitteilungen oder KI-Tools wie ChatGPT oder Claude, mit denen Sie Ihre Pressemitteilung selbst verfassen können. Dazu braucht die Maschine alle wichtigen Informationen zu Ihrem Unternehmen, Details zur Ankündigung und die Ausrichtung des Zitats.
Sind Sie ein geübter Schreiber und trainieren Sie KI im Dialog und mit Ihren Texten können Sie auf diese Weise Zeit sparen. Ich selbst nutze zu einem gewissen Anteil auch KI als Unterstützung. Allerdings kann ich durch meine Expertise auch abschätzen, ob eine Pressemitteilung gelungen ist oder eben nicht.
Meine Erfahrungen zeigen zudem, dass Pressemitteilungen aus menschlicher Feder immer noch präziser sind. Zudem besteht die Gefahr, dass KI halluziniert und Dinge einfach abändert oder hinzudichtet. Überprüfen Sie also immer nochmal Ihre Pressemitteilung, bevor Sie diese versenden.
Haben Sie eher wenig Texterfahrung, ist es sinnvoll, sich einen Partner ins Boot zu holen, der die Qualität eines Textes bewerten kann.
Warum überhaupt eine Pressemitteilung schreiben?
Während Pressemitteilungen früher von Unternehmen im Gießkannenprinzip an Redaktionen gestreut wurden, sind sie heute ein Multifunktionswerkzeug für mehr Sichtbarkeit. Sie können zusätzlich im eigenen Pressebereich veröffentlicht, über Presseportale an die Zielgruppe herangetragen, in sozialen Netzwerken verbreitet oder als Quelle für weitere Inhalte genutzt werden. Mit jeder Publikation hinterlassen sie digitale Spuren im Netz, die zeigen, wofür Ihr Unternehmen steht und zu welchen Themen es über Expertise verfügt. Das ist nicht nur für potenzielle Kunden und Geschäftspartner interessant, sondern auch für die Sichtbarkeit in Suchmaschinen und als Vertrauenssignal (Trust-Signal) für KI-geschützte Such- und Antwortsysteme.
Pressemitteilungen als E-E-A-T-Baustein
E-E-A-T ist ein Begriff aus dem SEO-Kontext: Die Abkürzung steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness – also Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Eine einzelne Pressemitteilung sorgt nicht automatisch für ein besseres Ranking. Aber regelmäßig veröffentlichte Unternehmensinformationen können Teil einer ganzheitlichen Kommunikations- und Content-Strategie sein, mit der ein Unternehmen seine Expertise und Themenautorität nach außen hin sichtbar macht. Wenn verschiedene Signale wie die eigene Webseite, ein gepflegter Pressebereich, Fachbeiträge und Erwähnungen auf externen Webseites, Interviews und Presseveröffentlichungen zusammenspielen, können Suchmaschinen ein Unternehmen und seine Experten besser verstehen und einordnen.
Sind Pressemitteilungen auch für kleine Unternehmen und Verbände sinnvoll?
„Unser Unternehmen ist doch viel zu klein für Pressearbeit“ – dieser Gedanke hält viele kleinere Betriebe und Verbände davon ab, überhaupt Pressemitteilungen zu schreiben. Dabei hängt die Relevanz einer Nachricht nicht von der Mitarbeiterzahl oder dem Umsatz eines Unternehmens ab.
Entscheidend ist vielmehr die Frage: Gibt es etwas Neues, Konkretes oder für eine bestimmte Zielgruppe Interessantes zu berichten? Das kann beispielsweise die Einführung eines neuen Produkts, eine Expansion, eine Kooperation, ein wichtiges Projekt, eine Auszeichnung, ein Führungswechsel oder eine interessante Unternehmensentwicklung sein.
Auch eigene Studien, Umfragen, Marktdaten und fundierte Einschätzungen zu aktuellen Branchenthemen können einen guten Anlass für eine Pressemitteilung bieten. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen verfügen häufig über spezialisiertes Wissen, interessante Kundenprojekte oder einen starken regionalen Bezug. Für Fach- und Lokalmedien kann genau das relevanter sein als die nächste wenig konkrete Unternehmensmeldung eines internationalen Konzerns.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Ist mein Unternehmen groß genug für eine Pressemitteilung?“ Sondern: „Habe ich etwas zu sagen, das für Menschen außerhalb meines Unternehmens relevant ist?“ Ist die Antwort darauf ja, kann eine gut geschriebene Pressemitteilung zu einem wichtigen Bestandteil der Unternehmenskommunikation avancieren– und zu einem weiteren Baustein für Sichtbarkeit, Vertrauen und digitale Autorität.
Botschaften, die gelesen werden. Von Medien, Menschen und Suchmaschinen
Professionell geschriebene Pressemitteilungen für Marken und Menschen, die mehr zu sagen haben. Lassen Sie uns gemeinsam Ihre Reichweite erhöhen.
