3.000 Zeichen für Ihre Botschaft:
Pressemitteilungen leicht geschrieben

Erfolgreiche Pressemitteilungen verfassen

Acht Tipps für erfolgreiche Pressemitteilungen

Für Unternehmen, die eine Neuigkeit in die Öffentlichkeit hineintragen wollen, sind Pressemitteilungen ein adäquates Mittel. Nichts ist so glaubwürdig wie ein Presseartikel in relevanten Zeitungen und Zeitschriften. Leser werden auf das Produkt aufmerksam. Durch die große Reichweite verbreitet sich die Kernbotschaft rasant in der Zielgruppe. Aber: Journalisten entscheiden in wenigen Sekunden, ob der Inhalt einer Pressemitteilung interessant für sie ist. Daher sollte man einige Text-Regeln beachten.

1. Nachrichtenfaktoren erkennen

Versenden Sie Pressemitteilungen nur dann, wenn Sie auch etwas zu sagen haben. Unterscheiden Sie bei Ihrer Meldung, ob Sie sich eher an eine spezialisierte Zielgruppe (Fachmedien) oder an die breite Masse (Tageszeitungen) richten wollen. Nachrichtenfaktoren sind dafür verantwortlich, ob sich eine Pressemitteilung für einen Artikel eignet. Um sich diese einzuprägen, hat sich die Formel „Alf-das-Kind“ in der Branche etabliert:
A= aktuell
L = lokal
F = folgenschwer
D = dramatisch
A = außergewöhnlich
S = spannend
K = konfliktreich
I = interessant
N = neu
D = delikat
Diese Formel bietet einen guten Orientierungsrahmen bei der Bewertung der eigenen Nachricht. Denken Sie immer daran, dass nur Themen in den Medien auftauchen, die für die Leserschaft interessant sind.

2. Das Wichtigste in Kürze

Pressemitteilungen sind kurz und prägnant. Kein Journalist will einen Roman lesen. Arbeiten Sie Ihre Kernbotschaft heraus, die Sie übermitteln möchten. Die wichtigsten W-Fragen sollten gleich im ersten Abschnitt beantwortet werden: Was passiert wann, wo mit wem, wie und warum. Eine Kernregel besteht darin, seine Botschaften in 2.000 bis 3.000 Zeichen zu packen. Zwei Din A4-Seiten sollte eine PM nicht überschreiten. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Wenn Sie z. B. eine Studie mit vielen relevanten Ergebnissen und hohem Neuigkeitswert vorstellen wollen, dann darf auch mal eine dritte Seite enthalten sein. Ihre Pressemitteilung richtet sich nach den Arbeitsabläufen des Journalisten. Sie müssen die Möglichkeit haben, nähere Erläuterungen zum Ende hin „wegstreichen“ zu können.

3. Die Sprache der Journalisten sprechen

Die Sätze in Pressemitteilungen sollten klar strukturiert. Eine Faustregel besagt, dass ein Satz maximal zwölf Wörter umfassen sollte. Der Sprachstil ist aktiv, es sei denn man möchte mit einem Passiv-Satz ganz klar die „Opfer-Rolle“ des Themengegenstands hervorheben. Da der Platz begrenzt ist, sollte man alles Unnötige rigoros streichen. Ein Pressetext ist gut, wenn man nichts mehr kürzen kann. Vermeiden Sie Füllwörter, die einen Text aufblähen. Sagen Sie nur das, was Sie auch übermitteln wollen. Bleiben Sie sachlich. Sprechen Sie die Leser nie direkt an und verwenden Sie keine Superlative, Ausrufezeichen oder Werbesprache. Lassen Sie belegbare Zahlen sprechen, anstatt sich selbst zu loben. Das macht Sie zum glaubwürdigen Ansprechpartner. Und bitte: Bleiben Sie verständlich. Fremdwörter verkomplizieren eine Pressemeldung, aber letztendlich will auch der geübte Zeitungsleser die Inhalte sofort verstehen. Verzichten Sie auf den Nominalstil. Viele aneinandergereihte Hauptwörter verkomplizieren den Text. Verwenden Sie besser Verben und vermeiden Sie angestaubte Behördensprache. Schreiben Sie sorgfältig und fehlerfrei. Das unterstreicht Ihre Professionalität im Umgang mit dem Journalisten.

4. Die Headline entscheidet über den Erfolgt von Pressemitteilungen

Innerhalb von Sekunden entscheidet ein Journalist, ob ein Thema für ihn interessant ist. Daher ist die Betreffzeile in der E-Mail ausschlaggebend für den Erfolg von Pressemitteilungen. Meistens ist die Headline das, was am Ende noch fehlt. Und eigentlich möchte man ja gerne heute noch aussenden. Ein großer Fehler, wenn Sie jetzt einfach irgendetwas in die Betreffzeile schreiben. Nehmen Sie sich Zeit, um eine knackige Headline zu entwickeln. Sie muss auf den ersten Blick für das Thema werben, neugierig machen. Dabei darf die Überschrift weder zu werblich sein, noch zu langweilig. Sie muss eine klare Aussage haben, auf eine Neuigkeit aufmerksam machen und sofort verständlich sein. Eine gute Headline gibt dem Empfänger einen guten Grund zum Anklicken. Am besten überprüfen Sie die Überschrift, indem Sie einen Test-Versand anstoßen. Dann können Sie selbst bewerten, wie sie auf den Empfänger wirkt.

5. Die Crux mit den Zitaten

Ein gutes Zitat hat Chancen in einem Presseartikel aufgenommen zu werden. Allerdings muss der Zitierte auch etwas zu sagen haben. Vermeiden Sie PR-Floskeln wie „Wir freuen uns sehr, dass…“ oder „Wir begrüßen…“. Das ruft höchstens gähnende Langeweile hervor.  In das Zitat gehört die Wertung der preisgegebenen Neuigkeit. Je klarer die eigene Position herausgearbeitet wird, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt das Zitat. Eine polarisierende These ist erfolgsversprechender als die Auflistung von Allgemeinplätzen. Und noch ein Tipp: Lassen Sie immer den ranghöchsten in Ihrem Unternehmen sprechen. PR ist Chefsache und der Chef sollte auch immer Pressesprecher sein.

6. Abbinder – das kleine „Über-uns“ des Unternehmens

Der Abbinder ist das kleine „Über uns“ des Unternehmens, das sich am Ende von Pressemitteilungen befindet. Es geht darum, den Journalisten anhand eines kurzen Unternehmensportraits alle wichtigen Informationen zum Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Gründungsjahr, Unternehmenssitz, Kerngeschäft, Kennzahlen und verantwortliche Personen gehören ebenso in den Abbinder wie ein Link zu weiterführenden Informationen. Auf diese Weise kann der Journalist schnell für sich einordnen, wer der Absender ist und wie er die Meldung zu bewerten hat. Der Abbinder sollte die 600 Zeichen-Marke nicht überschreiten.

7. Kontaktinformationen fürs erste Date

Möchte der Journalist eine größere Geschichte aus dem Thema machen, wird er sich bei Ihnen melden, um weitere Informationen einzuholen oder gar ein Interview zu vereinbaren. Alle relevanten Kontaktdaten sollte er auf einen Blick vorfinden: Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und einen Link zur Online-Presselounge mit weiteren Informationen. Geben Sie ihm die Möglichkeit, schnellstmöglich reagieren zu können. Halten Sie sich am Tag der Versendung bereit. Bei einem spannenden Thema zögern Journalisten nicht lange. Also sollten Sie unbedingt erreichbar sein.

8. Noch etwas zur Form

Der Text zählt und er muss schnell erfassbar sein. Es eignen sich am besten serifenlose Schriften (z. B. Arial) in Schriftgröße elf oder zwölf. Datum, Ort und Logo des Unternehmens sollten oben stehen. Ein breiter Rand dient für Anmerkungen. Der Text muss nicht aufwändig formatiert werden. Direkt in der E-Mail verschickt und als PDF zum Download angeboten, erfüllt er seine wichtige Funktion: gelesen zu werden.

Jeder kann schreiben lernen
Wer seine Pressearbeit selbst übernehmen möchte und beim Formulieren unsicher ist, sollte sich einen guten Mentor suchen. Er korrigiert Ihre Texte und macht Sie auf technische Fehler aufmerksam. Auf diese Weise erlernen Sie schrittweise, wie Sie erfolgreiche Pressemitteilungen verfassen – kostengünstig und effizient.

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